Presse

Aktuell

Medieneinladung zu einer Tagung der ARGE Missbrauch:
„Täterarbeit im Spannungsfeld”

Zeit: Donnerstag, 3. November 2011, ab 9 Uhr
Ort: Landhaus 2, Heiliggeiststr. 7-9, Konferenzsaal, Parterre

„Niemand verändert einzig und allein durch das Absitzen der Haftstrafe seine sexuellen Neigungen – Täterarbeit ist daher auch Opferschutz“, erläutert LR Gerhard Reheis das Thema dieser Veranstaltung. Astrid Rossegger vom Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich widmet sich in ihrem Referat dem Thema „Sexualstraftäter – Täterprofile und Risk-Assessment“. Jürgen Ungerböck vom Bundeskrimininalamt in Wien beleuchtet „Onlineermittlungen im Bereich sexueller Ausbeutung von Kindern.” Außerdem berichtet Staatsanwältin Erika Wander über das Ermittlungsverfahren bei sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Psychologe Martin Schölzhorn referiert über die Arbeit mit gewalttätigen und missbrauchenden Männern.

Der ARGE Missbrauch gehören die Kinder- und Jugendanwaltschaft, die Landesabteilung Jugendwohlfahrt, Sicherheitsdirektion und Staatsanwaltschaft, das Kinderschutzzentrum und die Kinderschutzgruppe der Innsbrucker Klinik sowie die Gerichtsmedizin an. MedienvertreterInnen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen, das Detailprogramm liegt bei.

 

reheis täterarbeittäterarbeittäterarbeittäterarbeittäterarbeittäterarbeittäterarbeit

Bürgermeisterin DI Elisabeth Blanik besucht
Kinderschutzzentrum Lienz

www.stadt-lienz.at berichtet am 19. September 2011

Anlässlich ihres Besuches erklärte Bürgermeisterin DI Elisabeth Blanik ihre Unterstützung für Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche. Sie betonte die Wichtigkeit und Aktualität der Arbeit des Kinderschutzzentrums Lienz und die gesellschaftliche Notwendigkeit dieser Einrichtung. Besonders hervorgehoben wurde von Frau Bürgermeisterin DI Blanik, dass das Kinderschutzzentrum erste Anlaufstelle bei Verdacht auf Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen ist.

Das Kinderschutzzentrum Lienz ist eine Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche, die sexuelle, körperliche und seelische Gewalt erlebt haben. Darüber hinaus werden umfassende Hilfsangebote beim Aufarbeiten erlebter Gewalt geleistet. Professionellenberatung und Präventionsprojekte bilden einen weiteren Schwerpunkt des Kinderschutzzentrums.

Seit Eröffnung der Einrichtung vor 18 Jahren hat sich die Zahl der KlientInnen mehr als verdreifacht! Alleine die Steigerung von 2008 auf 2009 betrug 24 %. Von 2010 bis jetzt ist bereits ein Zuwachs von 11% zu verzeichnen.

Wurden im Jahr 2009 noch 585 Beratungen durchgeführt, so waren es im Vorjahr 610, was einer Steigerung von 4,27 % entspricht. Bisher ist das Kinderschutzzentrum mit 32 Wochenstunden besetzt.

Die Gesamtzahl der KlientInnen beläuft sich auf 104 Personen. Davon waren 17 männlich (16%) und 87 weiblich (84%). Das Alter der betroffen Kinder lag am häufigsten zwischen 7 und 10 Jahren.

Beratungsinhalte waren vordergründig psychosoziale Probleme und Erziehungsprobleme mit je 16%. Sexuelle Gewalt mit 12% und Verdacht auf sexuellen Missbrauch mit 10%.

Besuch Elisabeth Blanik bei kst Lienz

Besuch Elisabeth Blanik bei kst Lienz 3Foto: Stadt Lienz/Aßmayr .

Neues Projekt gegen „Schulmüdigkeit“

www.meinbezirk.at berichtet am 22. August 2011

Doppelt so viele Beratungen der SchulsozialarbeiterInnen in Imst

IMST. Seit dem Start der tirolweit einzigartigen Schulsozialarbeit in Imst im Herbst 2008 hat sich die Anzahl der Beratungen von SchülerInnen von 489 auf 919 nahezu verdoppelt: Das geht aus der Bilanz von Philipp Bechter, Melanie Pirschner und Christina Steixner für das vergangene Schuljahr hervor. Die drei SchulsozialarbeiterInnen sind für insgesamt 1.000 Kinder und Jugendliche an fünf Schulen der Bezirkshauptstadt zuständig. Betreut werden die Neuen Mittelschulen Ober- und Unterstadt, die Polytechnische Schule sowie das Sonderpädagogische Zentrum.

Der Bericht in ganzer Länge

Sensibilität für Missbrauch in Tirol

www.meinbezirk.at berichtet am 24. August 2011

Die ARGE Missbrauch zeigte die Statistik über Fälle
von Missbrauch aus den Vorjahren in Tirol und in Innsbruck

TIROL. Vor allem die Anzahl der unter dreijährigen Opfer von sexuellem Missbrauch ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Dieses Ergebnis und weitere Zahlen präsentierte die Arbeitsgemeinschaft Missbrauch des Landes Tirol.

2010 wurden insgesamt 72 Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen der Jugendwohlfahrt gemeldet. 2009 waren es 105. Angezeigt werden konnten nicht alle Fälle.

Der Bericht in ganzer Länge

Missbrauch: Im Internet pirscht sich der Täter an

Die Tiroler Tageszeitung berichtet am 21. August 2011

In sozialen Netzwerken hat der Mensch sein Schamgefühl verloren. Auf Twitter schreibt jeder offen, wie er sich fühlt. Auf Facebook zeigen schon Kinder ihre Fotos vom Urlaub. Freizügig, ohne sich dabei etwas zu denken. Mit Hintergedanken nutzen das Pädophile aus. Auf diese Bedrohung hat die Arbeitsgemeinschaft Missbrauch (Jugendwohlfahrt, Jugendanwaltschaft, Kinderschutz, Staatsanwaltschaft und Sicherheitsdirektion) bei ihrem Bericht zu den Missbrauchsfällen 2009/2010 hingewiesen.

Der Bericht in ganzer Länge

 

LR Reheis fordert Aufhebung der
Verjährung für sexuellen Missbrauch

Amt der Tiroler Landesregierung Öffentlichkeitsarbeit berichtet am 19. August 201

ARGE Missbrauch präsentiert Statistik für die Jahre 2009 und 2010

Die Anzahl der bei der Tiroler Jugendwohlfahrt eingegangenen Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in Tirol ist rückläufig. Dieses Ergebnis aus den Jahren 2009 und 2010 präsentierte die Arbeitsgemeinschaft Missbrauch.


Der Jugendwohlfahrt wurden 2010 insgesamt 72 Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen bekannt: 2009 belief sich diese Zahl auf 105. Infolge einer nicht immer stichhaltigen Beweislage oder anderweitiger Schutzmaßnahmen wurde nicht in allen Fällen Anzeige erstattet. Betroffen waren jedenfalls wesentlich mehr Mädchen als Buben. Gestiegen ist die Anzahl der Opfer im Alter von drei Jahren und jünger: 2010 waren zehn Kinder, 2009 sogar elf Kinder unter drei Jahren von sexuellem Missbrauch betroffen.


Die Kinderschutz GmbH des Landes Tirol ist die Tiroler Facheinrichtung für sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Für den zuständigen LR Gerhard Reheis besitzen Hilfe und Schutz für die Opfer höchste Bedeutung: „Diese Kinder und Jugendlichen können sich mit ihren Vertrauenspersonen an das Kinderschutzzentrum mit seinen vier Beratungsstellen in Innsbruck, Wörgl, Imst und Lienz wenden, wo man ihnen mit Beratung und Therapie bis hin zur Prozessbegleitung zur Seite steht.“ Außerdem wiederholte Reheis die Forderung, die Verjährung für diese Delikte aufzuheben, „um Täter auch dann zur Rechenschaft ziehen zu können, wenn die Opfer nach jahrelangem Schweigen zu sprechen beginnen“.


Die Sicherheitsdirektion für Tirol verzeichnete im Vorjahr 24 Fälle, die polizeiliche Ermittlungen wegen Missbrauches an Unmündigen zum Gegenstand hatten – eine Anzeige weniger als 2009. Beim als eigene Kategorie geführten „schweren sexuellen Missbrauch“, also im Falle eines Beischlafes oder einer damit gleichzusetzenden Handlung, sind bei der Polizei im Vorjahr 28 Anzeigen eingegangen: Dieser Zuwachs resultiert auch aus bereits länger zurückliegenden Ereignissen im Rahmen der Aufarbeitung der Übergriffe in Tiroler Heimen im Zeitraum von 1940 bis 1990. Die Statistik der Staatsanwaltschaft Innsbruck ergibt 2009 insgesamt 58 Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs an Unmündigen, 2010 wurden 43 solche Anzeigen erstattet. Kinder- und Jugendanwältin Elisabeth Harasser appellierte nicht nur an die Medien, im Sinne der Opfer und eines entsprechenden öffentlichen Bewusstseins eine sensible Sprache abseits von „Sexspielen oder Sexopa“ zu wählen. Für Edelbert Kohler von der Sicherheitsdirektion geht es vor allem darum, „jenen das Handwerk zu legen, die sich an Kindern vergreifen“. Und Staatsanwältin Erika Wander sieht durch die neue Strafprozessordnung den Opferschutz noch besser gewährleistet. LR Reheis dankte der ARGE Missbrauch für ihre professionelle übergreifende Zusammenarbeit und ihr engagiertes Eintreten: „Wenn wir die Leiden der Opfer vor Augen haben, müssen wir hinschauen und uns einmischen!“

 

Gerhard Reheis Portrait

Foto: Land Tirol/Schwarz
BU: V. li. Edelbert Kohler, Sicherheitsdirektion, Kinder- und Jugendanwältin Elisabeth Harasser,
LR Gerhard Reheis, Staatsanwältin Erika Wander, Karin Hüttemann, Tiroler Kinderschutz GmbH.

Was ist die Arbeitsgemeinschaft Missbrauch?

Die Arbeitsgemeinschaft Missbrauch besteht seit 1997 und wurde vom damaligen Leiter der Landesabteilung Jugendwohlfahrt Manfred Weber ins Leben gerufen. Die Gruppe trifft sich auf Einladung der Kinder- und Jugendanwaltschaft zweimal pro Jahr, um sich im Sinne eines umfassenden Opferschutzes auszutauschen, Missstände zu besprechen und Verbesserungen anzuregen.


Ziel ist es unter anderem, zusätzliche Beeinträchtigungen der Opfer von sexuellem Missbrauch durch unsachliche Medienberichterstattung möglichst einzudämmen. Dafür wurde nach Rücksprache mit den Tiroler Medien vereinbart, dass die aktuellen Zahlen zum sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in einer jährlichen Pressekonferenz präsentiert werden. Außerdem einigte man sich dahingehend, dass bei allfälliger Berichterstattung keinesfalls Rückschlüsse auf Wohnort und Identität der Opfer möglich sein sollten.


Mitglieder der ARGE Missbrauch: Silvia Rass-Schell (Landesabteilung Jugendwohlfahrt), Erika Wander (Staatsanwaltschaft Innsbruck), Edelbert Kohler (Sicherheitsdirektion Tirol), Karin Hüttemann (Tiroler Kinderschutz GmbH) und Elisabeth Harasser (Kinder- und Jugendanwaltschaft).

 

Doppelt so viele Beratungen der SchulsozialarbeiterInnen in Imst

Amt der Tiroler Landesregierung Öffentlichkeitsarbeit berichtet am 10. August 2011

Seit dem Start der tirolweit einzigartigen Schulsozialarbeit in Imst im Herbst 2008 hat sich die Anzahl der Beratungen von SchülerInnen von 489 auf 919 nahezu verdoppelt: Das geht aus der Bilanz von Philipp Bechter, Melanie Pirschner und Christina Steixner für das vergangene Schuljahr hervor. Die drei SchulsozialarbeiterInnen sind für insgesamt 1.000 Kinder und Jugendliche an fünf Schulen der Bezirkshauptstadt zuständig. Betreut werden die Neuen Mittelschulen Ober- und Unterstadt, die Polytechnische Schule sowie das Sonderpädagogische Zentrum.


Unter dem Motto „offen, freiwillig und vertraulich“ werden SchülerInnen, aber auch Eltern beraten – auf Wunsch online. Bewährt hat sich der neue Schwerpunkt „Aktionsgemeinschaft Schulmüdigkeit“, der in der achten Schulstufe zu einem positiven Hauptschulabschluss verhelfen soll: Nur zwei von 14 begleiteten Mädchen und Burschen sind im letzten Schuljahr „durchgefallen“. In diesem Zeitraum wurden außerdem 384 SchülerInnen und 58 Eltern oder Erziehungsberechtigte beraten. Insgesamt 43 Klasseninterventionen und 66 Projekte führten die SchulsozialarbeiterInnen durch, um Konflikte mit den MitschülerInnen oder in der eigenen Familie zu entschärfen.


„Diese Einrichtung hat sich für SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen zu einer unverzichtbaren Hilfestellung im schulischen Alltag entwickelt“, freut sich Soziallandesrat Gerhard Reheis über die Annahme des von Land Tirol, Gemeinde Imst und Europäischer Union getragenen Angebotes. „Die positiven Auswirkungen betreffen den Bildungsverlauf der betreuten SchülerInnen, aber auch ihre psychische Gesundheit und das Schulklima ganz allgemein“, sieht Reheis die Einführung des Pilotprojektes vor drei Jahren mehr als bestätigt.

 

Gerhard Reheis Portrait

Foto: LR Gerhard Reheis

Keine Hilfe für junge Täter

Die Tiroler Tageszeitung berichtet am 20. Feber 2011

Jugendliche Täter haben in Tirol Pech. Für sie gibt es kaum Hilfe. Dabei könnte diese verhindern, dass die Jungen erneut zuschlagen.

Innsbruck – Tirols Opfer- und Täterschutzeinrichtungen schlagen Alarm: Für Jugendliche, die Straftaten begehen, gibt es kaum Hilfsangebote. Dabei wären diese enorm wichtig, um die jungen Menschen davor zu bewahren, erneut kriminelle Handlungen zu begehen.

Der Bericht in ganzer Länge

Bericht auf orf.at zur Prozessbegleitung von Kinderschutz Innsbruck

Konkrete Erfolge, geänderte Praxis

Die Psychologin Cornelia Veith vom Kinderschutzzentrum in Innsbruck ist seit mehreren Jahren Prozessbegleiterin. Prozessbegleitung, wie sie auch von der Erziehungsberatung angeboten wird, habe in Tirol viel bewirkt. So sei es mittlerweile zum Beispiel möglich, dass die polizeiliche Einvernahme der Gewaltopfer nicht im Polizeigebäude, sondern in den Räumen von Kinderschutzzentrum oder Erziehungsberatung stattfinde.

Der Bericht in ganzer Länge

 

Osttiroljournal berichtet über Kinderschutz Lienz

"Wege aus der Gewalt

Massiv gestiegen ist in den letzten Jahren die Zahl der Hilfesuchenden, die sich an das Kinderschutzzentrum in der Bezirkshauptstadt Lienz wenden. Seit 1993 gewährleistet
hier ein engagiertes Expertinnenteam Unterstützung für minderjährige Opfer aller Formen von Gewalt sowie deren Familien und Bezugspersonen. Zudem richtet
sich das Angebot auch präventiv an Personen, die in ihrem Berufsleben mit Kindern und Jugendlichen arbeiten."

Weiterlesen und den gesamten Artikel als pdf sehen

 

Die Tiroler Tageszeitung berichtet am 23. Jänner 2011
Kinderschutz fordert Zentren in allen Bezirken

Misshandlung kennt keine Grenzen. Fälle wie zuletzt der des kleinen Cain sorgen für einen Ansturm in Tirols Kinderschutzzentren.

Auf einer Bank im Vorzimmer des Kinderschutzzentrums in der Innsbrucker Museumstraße sitzt ein Jugendlicher und wartet. „Wir haben immer mehr Zulauf", sagt Karin Hüttemann, Leiterin der Einrichtung, die sich um Opfer sexueller Gewalt kümmert. Allein im Vorjahr kontaktierten 797 Personen das Kinderschutzzentrum und suchten in den vier Zweigstellen in Innsbruck, Imst, Lienz und Wörgl Hilfe.

Wie die jüngsten Zahlen zeigen entspricht das im Vergleich zu 2009 einer Zunahme von elf Prozent. 3877 Beratungskontakte verzeichnete das Zentrum 2010. Der Großteil entfällt auf Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliceh bzw. den Verdacht darauf mit 2437 Beratungskontakten. Physische Gewalt war in 441 Fällen und psychische Gewalt in 152 Fällen das Thema. „Wir sind bis an unsere Grenzen ausgelastet", sagt Hüttemann, die niemanden der Hilfe sucht, wegschicken möchte. Deshalb würde sie sich Beratungsstellen in allen Tiroler Bezirken wünschen.

Ein Großteil der Arbeit in den einzelnen Kinderschutzzenren sind Beratungen und Psychotherapien mit Kindern und Jugendlichen, die von Gewalt betroffen sind. Aber es wenden sich auch viele Bezugspersonen an die Einrichtung, wenn sie den Verdacht haben, dass ein Kind in ihrem Umfeld sexuell missbraucht wird.

Den meisten Kindern fällt es nämlich sehr schwer über die Vorfälle zu sprechen. „Sie haben für sexuellen Missbrauch oft keine Sprache, können es nicht benennen", sagt Anne Lintner vom Kinderschutzzentrum in Wörgl. „Die Kinder spüren, dass das, was mit ihnen gemacht wird, nicht in Ordnung ist, obwohl ihnen das Gegenteil eingeredet wird", weiß sie aus ihrer langjährigen Erfahrung. Seit mehr als zehn Jahren ist die Psychotherapeutin für die Einrichtung tätig.

Wenn sich beispielsweise der Opa oder der Stiefvater zu dem Kind ins Bett legt und es anfasst, heißt es meistens. „Das bleibt unser Geheimnis, das darfst du niemandem erzählen." Die Kinder werden eingeschüchtert. Und woher soll eine Vierjährige auch wissen, dass es nicht normal ist, was ihr passiert, erklärt die Psychotherapeutin.

Auch wenn sie nicht darüber sprechen, senden von sexueller Gewalt betroffene Kinder Signale aus, die darauf hindeuten können, sagt Lintner, Wer plötzliche Veränderungen feststellt, der sollte auf alle Fälle genauer hinschauen, rät sie. „Viele Kinder ziehen sich zurück, haben plötzlich Angst, werden aggressiv oder weinerlich", beschreibt sie.

All das können Anzeichen für einen sexuellen Missbrauch sein, sie müssen es aber nicht. Trotzdem ist höchste Aufmerksamkeit gefordert. Man sollte das Kind auf seine Veränderung ansprechen. Etwa in folgende Richtung, rät Lintner: „Mir ist aufgefallen, dass es dir nicht gut geht, ich mache mir Sorgen, ist etwas, das dich belastet."

Als Bezugsperson, etwa als Lehrer oder Kindergärtnerin ist es wichtig, sich die Veränderungen schriftlich zu notieren und sich an eine Beratungsstelle wenden. Gleichzeitig sollte man möglichst viel Vertrauen zu dem Kind aufbauen, um ihm Raum zu geben, etwas zu sagen, sagt Lintner.
Bis zu sechs Mal nehmen Betroffene laut Statistik Anlauf, über den Missbrauch zu sprechen. Das könne ganz nebenbei beim Spielen sein, in Zeichnungen dargestellt werden oder einer Freundin geschildert werden.

Passiert der Missbrauch innerhalb der Familie – wie es in 80 Prozent der Fälle vorkommt – ist es für die meisten noch schwerer, darüber zu sprechen. Denn dann kommt die Angst dazu, die Familie zu zerstören, und vor allem die Angst, dass einem nicht geglaubt wird.

Laut Litner wäre aber genau das das allerwichtigste. Dem Kind zu sagen: „Ich glaube dir, und niemand darf so etwas mit dir machen!" Je eher dem Kind geglaubt wird, desto besser kann es den Missbrauch verarbeiten, weiß Lintner aus Erfahrung.

Als Eltern kann man die Kinder versuchen zu schützen, indem man ihnen Grenzen aufzeigt und diese auch einhaltet. „Das Kind muss nicht immer ein Bussi geben, wenn es nicht will", sagt Lintner.

Außerdem sollte man die Kinder ernst nehmen, ihre Grenzen respektieren und ihnen ein Umfeld bieten, in dem sie auch schwierige Dinge zur Sprache bringen können, rät die Expertin.

Evaluationsbericht bestätigt Hilfestellung für Imster SchülerInnen Schulsozialarbeit in Imst wird fixe Einrichtung

Pressemitteilung, Innsbruck, 13. November 2010

Vor zwei Jahren hat das viel versprechende und tirolweit einzigartige Pilotprojekt begonnen: Christina Steixner und Philipp Bechter wirken seither unter dem Motto "offen, freiwillig und vertraulich" als SozialarbeiterInnen für insgesamt 1.000 Kinder und Jugendliche an fünf Schulen in Imst: Dabei betreuen sie die Sport- und Musikhauptschule Unterstadt, die Hauptschule Oberstadt, die Polytechnische Schule sowie das Sonderpädagogische Zentrum. LR Gerhard Reheis sieht diese Arbeit durch den mittlerweile vorliegenden zweiten Evaluationsbericht mehr als bestätigt: "Die Imster Schulsozialarbeit ist eine unverzichtbare Einrichtung, die das schulische und soziale Klima gemeinsam mit SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern verbessert hat. Aus dem befristeten Pilotprojekt wird ab 1. Jänner 2011 eine fixe Einrichtung."

Über 500 Beratungen von Jugendlichen und Eltern

Die Bilanz der beiden SchulsoziarbeiterInnen für das vergangene Schuljahr führt 501 Beratungen von Jugendlichen sowie 60 Beratungen von Eltern an. Anlass dazu gaben vor allem Konflikte in der "Peergroup" (also dem Kreis der Gleichaltrigen) oder der eigenen Familie, aber auch Fälle von selbstverletzendem Verhalten, Mobbing und Gewalt. Außerdem wurden 70 Präventionsprojekte und 54 Klasseninterventionen zu Themen wie Mobbingprävention, "Frauenpower und Männersachen", Suchtprävention oder Sexualaufklärung durchgeführt.

LehrerInnen und SchülerInnen einhellig für Weiterführung

Die Imster SchulsozialarbeiterInnen werden sowohl bei eskalierenden Akutsituationen als auch präventiv für Problemsituationen aktiv. "Die Schulsozialarbeit wird laut Evaluation auf allen Ebenen des Schulsystems als große Hilfestellung im schulischen Alltag erlebt", berichten Christina Steixner und Philipp Bechter. Abgesehen von der Lösung für Konfliktsituationen und der Entlastung der PädagogInnen werden positive Auswirkungen auf die Beruhigung und Konzentration im Unterricht, auf das Schulklima allgemein, aber auch die psychische Gesundheit und den Bildungsverlauf der einzelnen Jugendlichen festgestellt. "Die Imster SchülerInnen und LehrerInnen haben sich einhellig für die Weiterführung der Schulsozialarbeit ausgesprochen", sieht sich LR Reheis bestätigt.

Scheckübergabe Hypo-Bank Tirol

BU: Die beiden Imster SchulsozialarbeiterInnen Christina Steixner (li.) und Philipp Bechter (re.) mit LR Gerhard Reheis und Michaela Pichler (2.v.li.), Autorin des Evaluationsberichtes.
Foto: Land Tirol/ Ruppitsch - Abdruck honorarfrei

Hinweis für die Redaktionen: Für Medienanfragen ist die Schulsozialarbeit Imst (auch heute am Samstag) unter Telefon 0669 14059280 erreichbar!

Schulsozialarbeit als Kooperationspartner

Pressemitteilung, Innsbruck, 30. August 2010

„Schulsozialarbeit ist ein wichtiges Bindeglied zwischen SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern und allen Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. In Imst ist sie bereits nicht mehr wegzudenken“, stellt Karin Hüttemann, Geschäftsführerin der Tiroler Kinderschutz GmbH fest. Seit Wintersemester 2008/2009 arbeiten an den Imster Pflichtschulen zwei SchulsozialarbeiterInnen und sind dort AnsprechpartnerInnen für rund 1.000 SchülerInnen, sowie deren LehrerInnen und ihre Erziehungsberechtigten.

Die Beratungszahlen sprechen für die Notwendigkeit dieser Einrichtung, die tirolweit installiert werden soll. Die Evaluationen sowie die aktuelle Statistik belegen, dass im vergangenen Schuljahr über 500 Beratungen durchgeführt wurden und rund 30% aller SchülerInnen das Angebot angenommen haben.

Unter dem Motto „offen – freiwillig – vertraulich“ bieten Mag.a (FH) Christina Steixner und Mag. (FH) Philipp Bechter Beratung bei Konflikten im Klassenverband oder in der jeweiligen Peergroup, bei Mobbing bis hin zu selbst verletzendem Verhalten, häuslicher und sexueller Gewalt und Delinquenz an. Oft kommen die SchülerInnen auch bezüglich einer Rechtsauskunft oder wegen Fragen zur Sexualität auf die Schulsozialarbeit zu.
So manche Fragestellung erreicht uns auch online - per M@il oder Onlineportale wie Facebook oder Netlog, wo wir als „SchuSo Imst“ vertreten sind.

Auch Lehrer und Lehrerinnen nutzen das Beratungsangebot der beiden „Externen“, wenn sie sich um ihre SchülerInnen oder Klassen sorgen. Verhaltensauffälligkeiten werden dann gemeinsam reflektiert und diesen nachgegangen. Bei den Beratungen von Eltern und Erziehungsberechtigten geht es meistens um Fragen in der Erziehung und / oder Leistungsverweigerung. „Oft haben wir hier eine Vermittlerrolle – so werden SchülerInnen, LehrerInnen und Erziehungsberechtigte auch an den lokalen Beratungslehrer, die Erziehungsberatung, den Kinderschutz, die Juwo, die Mannsbilder und Neustart weitervermittelt“, so Steixner und Bechter.
Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich der Schulsozialarbeit Imst ist die Präventionsarbeit – dabei wird mit jeder Klasse mindestens zweimal pro Schuljahr zu Themen wie „Kinder haben Rechte!“, „Verrückt - Frauenpower und Männersachen!“, „Ausgemobbt!“, „Jugendschutzgesetz“, „sicher online?!“, „safer sex?!“ und „Suchtprävention“ gearbeitet.
Oft werden die beiden ausgebildeten SozialarbeiterInnen von den SchülerInnen, LehrerInnen und / oder Erziehungsberechtigten aus aktuellem Anlass in eine Klasse gebeten – die sogenannten Klasseninterventionen drehen sich dann um Themen wie Mobbing, die Klassengemeinschaft, die Kommunikation sowie der Umgang miteinander.
Eines steht fest, die Imster SchülerInnen wollen auf ihre beiden SchulsozialarbeiterInnen, Christina Steixner und Philipp Bechter, nicht mehr verzichten – eben so wenig die DirektorInnen und der dazugehörende Lehrkörper!

„Schulsozialarbeit nach dem Imster Modell ist ein Erfolgskonzept, das in ganz Tirol und in allen Schulen umgesetzt werden soll“, ist sich GF Karin Hüttemann sicher. Es gibt keine Konkurrenz zu Lehrenden, wie sie von manchen gern herbeigeredet wird. Ganz im Gegenteil, wenn soziale Konflikte und Probleme erkannt und gelöst werden, kann der Bildungsauftrag der Schule erst erfüllt werden. Unser Ziel ist das gemeinsame Miteinander zum Wohle der Kinder, damit Bildung für alle möglich wird und dort rechtzeitig geholfen werden kann, wo Hilfe notwendig ist. „Wir ziehen mit den Schulen an einem Strang zum Wohle der Kinder“, so GF Karin Hüttemann abschließend.

Leserbrief zum Artikel: Schulsozialarbeit am Prüfstand

In der TT-Ausgabe vom 28.8. wird Landesschulratspräsident Hans Lintner zitiert, dass er sich skeptisch gegenüber der Einführung der Schulsozialarbeit an den Schulen zeigt und dies erst prüfen wolle.

Es gibt seit Herbst 2008 durch das Engagement und die Zusammenarbeit vieler (politisch) Verantwortlicher aus dem Schul- und Sozialbereich (u.a. LR Gschwentner, LR Reheis, LSI Wöll, BSI Eiterer) bereits ein sehr gut funktionierendes Angebot der Schulsozialarbeit in Imst, welches bereits ausführlich wissenschaftlich evaluiert wurde. Dabei zeigt sich eine große Zufriedenheit der SchülerInnen, LehrerInnen und auch der Eltern mit diesem Angebot. Aus der Evaluierung der Schulsozialarbeit an den Imster Hauptschulen wird deutlich, dass LehrerInnen das Know-How der SozialarbeiterInnen sehr schätzen und die Zusammenarbeit sowohl mit den LehrerInnen und den BeratungslehrerInnen als auch mit den Eltern hervorragend funktioniert. Im Sinne einer gewünschten Selbstbestimmung von SchülerInnen (die der Landesschulratspräsident fordert) ist es wichtig, dass Hilfsangebote für SchülerInnen in ihrem Lebensraum Schule niederschwellig angesiedelt sind. Die SchülerInnen haben (leider) vielfältige Probleme, welche oft durch die LehrerInnen und Eltern nicht allein zu lösen sind (Mobbing, Familienprobleme, Schulische Probleme, Suchtverhalten, Delinquenz, …) Die SchülerInnen nehmen deshalb dieses freiwillige Angebot der Beratung und der präventiven Arbeit sehr gerne an. Die hohe Zahl der SchülerInnen, die selbstbestimmt oder über Vermittlung der Lehrpersonen die Beratung aufsucht, spricht dabei für sich. Auch die LehrerInnen sehen das Angebot sehr positiv und weisen in der Evaluierung auf den Bedarf an Unterstützung durch die Schulsoziarbeit und auf unterschiedliche Rollen, Aufgaben und Ausbildungen von LehrerInnen und SozialarbeiterInnen hin. Insofern ist es notwendig, für unsere Kinder ein optimales Angebot zu stellen. Die Angst vor Separierung einzelner SchülerInnen die Probleme haben, wie sie im Artikel benannt wird), ist unbegründet, weil die SchülerInnen merken, dass ihre Probleme mit fachlicher Hilfe gelöst werden können – diese Chance sollten alle Kinder haben. Damit wird das Aufsuchen von professioneller Hilfe in der Beratung zu einer wesentlichen Lebenserfahrung für SchülerInnen. SchülerInnen und LehrerInnen wünschen sich eine Fortführung des Angebots, sie wollen mit diesen Problemen nicht mehr alleingelassen werden.

Magª Michaela Pichler,
MCI Innsbruck; Psychologin, Sozialarbeiterin, Psychotherapeutin;
Evaluation der Schulsozialarbeit Imst

Schulsozialarbeit - Ein Erfolgsprojekt

Stellungnahme zum Artikel Schulsozialarbeit am Prüfstand vom 28.08.2010 - Leserbrief in der Tiroler Tageszeitung

Landesschulratspräsident Lintner verkennt leider völlig den Sinn und Zweck der Schulsozialarbeit, wenn er meint, dass Lehrpersonen diese Aufgaben übernehmen sollen. Schulsozialarbeit bedeutet für SchülerInnen einen niederschwelligen Zugang zu vertraulicher Beratung und Hilfe bei allen ihren Problemen und zwar auch bei solchen, die man einer Lehrperson nie anvertrauen würde.

Schulsozialarbeit heißt aber auch konstruktive Zusammenarbeit mit Lehrpersonen und Eltern. SchulsozialarbeiterInnen werden zudem meist auf Wunsch des Klassenvorstandes in den Klassen tätig, in dem Themen wie Mobbing, Kommunikation, Gewalt, Sucht etc. behandelt werden. In Imst läuft das Projekt Schulsozialarbeit seit Herbst 2008 an fünf Schulen sehr erfolgreich und wird von allen Beteiligten geschätzt und inzwischen als unverzichtbar bezeichnet. Es gibt also bereits konkrete, äußerst positive Erfahrungen. Außerdem ergab eine Umfrage unter den Tiroler Lehrpersonen, dass diese die Unterstützung durch SozialarbeiterInnen in der Schule sehr begrüßen würden.

Ich bin mir sicher, dass man sich in Imst sehr über einen Besuch des Herrn Landesschulratspräsidenten freuen würde, um ihm die Vorzüge der Schulsozialarbeit vor Ort erläutern zu können.

HRin Mag.ª Elisabeth Harasser
Kinder- und Jugendanwältin für Tirol

„Den Kindern hat er ja nichts getan“

Pressemitteilung, Innsbruck, 22. Juni 2010

Kinderschutzzentrum, Gewaltschutzzentrum und Tiroler Frauenhaus sind besorgt:
Eine automatische gemeinsame Obsorge gefährdet den Schutz der Kinder

Auf Anregung von Justizministerin Bandion-Ortner wird derzeit eine Verschärfung der Obsorgeregelung diskutiert und am 24. Juni findet dazu eine parlamentarische Enquete unter dem Titel „Konflikten konstruktiv begegnen – Aktuelle Herausforderungen im Familienrecht (Obsorge und Unterhalt) statt. Auch wenn Details dazu noch unklar sind, mahnen die drei Opferschutzeinrichtungen Kinderschutzzentrum, Tiroler Frauenhaus und Gewaltschutzzentrum zur Vorsicht, Einsicht und Umsicht.

Eine Verschärfung der Obsorgeregelung im Sinne einer verpflichtenden gemeinsamen Obsorge für verheiratete, aber auch nicht verheiratete Paare (Lebensgemeinschaften etc.) ist unter Berücksichtigung des Aspekts von häuslicher Gewalt (körperliche, psychische und/oder sexuelle Gewalt) untragbar und höchst gefährlich für die Opfer. Und diese sind im Bereich der häuslichen, familiären Gewalt überwiegend und statistisch nachweisbar Frauen und Kinder!

In Österreich wird jede vierte bis fünfte Frau von ihrem Ehemann/Lebensgefährten misshandelt. 30 bis 40 Frauen werden jährlich in Österreich ermordet (Kriminalitätsbericht des BMI 2008). Mehr als die Hälfte aller Morde, die einem Jahr in Österreich verübt werden, passieren als Beziehungsgewalt oder in der Familie. Und das hat Auswirkungen auf die Kinder und Jugendlichen.

Die Statistik des Gewaltschutzzentrums Tirol zeigt, dass 90% der Opfer von häuslicher Gewalt Frauen sind. Auch die männlichen Opfer sind überwiegend mit männlicher Gewalt konfrontiert. (Väter, Brüder…) Das wird gerne weggelassen!

Im Bereich der sexuellen Gewalt sind die Täter zu 97% männlich.

Gewalt gegen Frauen geht sehr oft mit Kindesmisshandlung einher. In 70% der Fälle, in denen die Frauen misshandelt wurden, werden die Kinder auch direkt körperlich, psychisch und oder sexuell misshandelt! 100% der Kinder, die in einem Frauenhaus leben sind von indirekter, beobachteter Gewalt betroffen, indem sie zu Zeuginnen und Zeugen der Gewaltanwendungen an ihrer Mutter wurden. Sie mussten mit anhören oder mit ansehen wie ihre Mutter gedemütigt, beschimpft, beleidigt, geschlagen, getreten, mit Waffen verletzt, vergewaltigt und zu nicht gewollten sexuellen Handlungen genötigt wurde. Im Gewaltschutzzentrum wurden im Jahr 2009 947 (mit)betroffene Kinder als ZeugInnen bzw. Opfer häuslicher Gewalt statistisch erfasst.

Überwiegend steht die sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen im familiären Kontext und wird das Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnis der Kinder missbraucht. Im Tiroler Kinderschutz fanden im Jahr 2009 allein 1.851 Beratungskontexte zur sexuellen Gewalt an Kindern und Jugendlichen statt. Auch dabei sind Kinder von mehreren Gewaltformen betroffen.

Die Zeit der Trennung und danach ist die gefährlichste Zeit für Frauen und Kinder: Das geht aus zahlreichen Untersuchungen hervor. Laut Prävalenzstudie in Deutschland werden 41% der Frauen 15% der Kinder im Rahmen von Besuchskontakten körperlich angegriffen, ganz zu schweigen von der Fortsetzung von Drohungen, von Kontroll- und Machtausübungen. Laut einer Kanadischen Studie tragen Frauen in der Zeit der Trennung und Scheidung ein fünfmal höheres Risiko, umgebracht oder schwer verletzt zu werden. Auch für die Kinder bedeutet diese Zeit, ein erhöhtes Maß an Misshandlungsrisiko. Es darf daher aus Sicherheitsgründen keine automatische gemeinsame Obsorge geben!

Täter degradieren sich auch als Väter. Auch wenn er - und das wird oft als Argument gebracht -„nur“ seine Frau misshandelt hat! Das Wohl des Kindes muss Vorrang haben vor dem Recht des Vaters auf das Kind. Und dieses Kindeswohl ist jedenfalls gefährdet, wenn die gemeinsame Obsorge verpflichtend wird! In einer Gesetzgebung muss berücksichtigt werden, dass ein Vater, der seine Frau misshandelt seine Kinder massiv schädigt und dass ein Vater, der seine Kinder missbraucht hat, keinesfalls zu gleichen Rechten die Obsorge zugesprochen bekommen darf!

Die Rechte der Väter, die so zahlreich und viel unterstützt eingefordert werden, stimmen nicht mit den tatsächlich übernommenen Pflichten überein! Es kann doch wohl nicht sein, dass Väter immer mehr ihre Rechte bezüglich der Kinder einfordern und in Sachen Pflichterfüllung nachweislich und auf haarsträubende Weise hinterherhinken!

  • Eine automatische gemeinsame Obsorge für gewalttätige Väter kann niemals im Sinne Kindeswohls sein!
  • Keine Ausweitung von Rechten ohne Ausgleich der Pflichten!
  • Zu den gerichtlichen Kriterien bei Obsorgeentscheidungen zählt auch der Grundsatz der gewaltfreien Erziehung und die Erziehungsfähigkeit.
  • Wir fordern die Beibehaltung der derzeitigen Obsorgeregelung, die sehr praktikabel und gut bewährt ist.
  • In Familien, wo keine Gewaltdynamik vorhanden ist, entscheiden sich ohnehin zu 80% zur gemeinsamen Obsorge.
  • Frauen, die sich dagegen entscheiden, haben gute Gründe!

Für Rückfragen:
Gewaltschutzzentrum Tirol: Mag.a Angela Federspiel, Tel: 0664 4368689
Tiroler Frauenhaus: Mag.a Gabi Plattner, Tel: 0650 2703568
Tiroler Kinderschutz: Mag.a Karin Hüttemann, Tel: 0512 583757

Scheckübergabe für therapeutische Spielgruppe

Pressemitteilung, Innsbruck, 21.6.2010

Der Lionsclub Innsbruck Triumphpforte veranstaltete zugunsten des Kinderschutzzentrums ein großartiges Chopin-Benefizkonzert mit Prof. Kurt Ebert am Klavier. Der Erlös dieser von Vizepräsident Dr. Pollo initiierten Spendenaktion wird zur Gänze für die therapeutische Spielgruppe des Kinderschutzzentrums verwendet.

Im Beisein von Präsidentin Frau Mag.ª Schullern und Herrn Dr. Pollo erfolgte die feierliche Scheckübergabe mit Herrn Direktor Pfeifer von der Hypo Tirol Bank an Geschäftsführerin Frau Mag.a Hüttemann vom Tiroler Kinderschutz.

Die für das Projekt gesammelten € 5.000,-- kommen Gewalt betroffenen Kindern zugute. Im Rahmen der therapeutischen Spielgruppe im Kinderschutzzentrum wird Kindern geholfen, wieder Vertrauen in die eigene Wahrnehmung und in ihren Körper zu finden. Dieses Projekt kann nur ohne öffentliche Mittel, einzig mit Spenden finanziert werden.

Scheckübergabe Hypo-Bank Tirol

Von links: Dir. Pfeifer (Hypo Tirol Bank), Frau Präsidentin Mag.ª Schullern (Lionsclub Innsbruck-Triumphpforte), Mag.ª Hüttemann (GF Kinderschutz), Dr. Pollo (Vizepräsident Lionsclub Innsbruck-Triumphpforte)

Fortsetzung der Prozeßbegleitung nach Zusagen vom Justizministerium

Kurzmeldung 17.5.2010

Der Stopp bei Neuaufnahmen von Prozessbegleitungen wurde letzte Woche nach der telefonischen Zusage aus dem BMJ aufgehoben.

Es wurde seitens des Justizministeriums zugesichert, weitere € 13.000,-- für Prozessbegleitung von Gewalt betroffenen Kindern, Jugendlichen und deren Bezugspersonen zur Verfügung zu stellen.

Diese rasche Zusage ermöglicht ein nahtloses Fortsetzen der Arbeit ohne dass auch nur ein Kind, ein/e Jugendliche/r oder eine Bezugsperson weggeschickt werden musste!

Pressekonferenz zur Evaluation der Schulsozialarbeit

mit Landesrätin Beate Palfrader, Landesrat Gerhard Reheis, Landesschulinspektor Reinhold Wöll, Karin Hüttemann, „Kinderschutz Tirol“, Studienautorin Michaela Pichler

Folgende Dokumente liegen zum Download bereit
Gekürzter Schlussbericht der Evaluation (pdf, ca 0,3 MB)
Pressekonferenz zur Evaluation der Schulsozialarbeit in Imst (pdf, ca 2,3 MB)

Aktionstag der Österreichischen Kinderschutzzentren

Pressemitteilung 23.4.2010

Zum Aktionstag der Österreichischen Kinderschutzzentren am kommenden Montag stellt die Tiroler Kinderschutz GmbH ihre Arbeit vor:

Seit nunmehr 18 Jahren sind die Kinderschutzzentren Innsbruck, Wörgl, Imst und Lienz Anlaufstellen für die Problembereiche sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, Kindesmisshandlung, psychische Gewalt sowie Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen.

Kinder und Jugendliche haben dabei die Möglichkeit, sich bei Missbrauch und Gewalt beraten, begleiten und psychologisch unterstützen zu lassen. Auch die Kontaktpersonen, verantwortliche Bezugspersonen und soziale Institutionen werden in die Beratung eingebunden. Wir erarbeiten dann Hilfepläne für Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche im Rahmen von Helferkonferenzen.

Der Kinderschutz steht dabei immer im Vordergrund, d.h., ausgehend vom betroffenen Kind erarbeiten wir Hilfsmaßnahmen, die einen Ausstieg aus der Gewaltsituation ermöglichen und das Kind vor weiteren Gewalterfahrungen schützen

Eine weitere Säule unserer Arbeit ist die Prozessbegleitung. Dabei unterstützen wir Kinder und Jugendliche, die von Gewalt und Missbrauch betroffen sind sowie deren Bezugspersonen bei polizeilichen Anzeigen und während des Straf- und darauf folgenden Zivilverfahrens. In Zusammenarbeit mit RechtsanwältInnen wird zusätzlich die juristische Vertretung der betroffenen Kinder und Jugendlichen bei Gericht ermöglicht.

Sexuelle und körperliche Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist eine strafbare Handlung, die sowohl die Opfer als auch deren Bezugspersonen in schwere seelische und soziale Krisen stürzt. Eine professionelle Begleitung ist daher umso wichtiger, damit sich Opfer zu einer Anzeige und zu einem anschließenden Gerichtsverfahren durchringen können.

Umso mehr ist eine finanzielle Sicherstellung dieses wichtigen und kostenlosen Angebotes der Kinderschutzzentren im Lichte eines gesellschaftspolitischen Auftrages und auch einer Rechtspflicht gegenüber den Opfern von Missbrauch und Gewalt zu sehen. Das ist das Mindeste, was wir betroffenen Kindern und Jugendlichen schuldig sind!

SOFORTIGER STOPP BEI PROZESSBEGLEITUNG

Pressemitteilung 22.4.2010

Die Prozessbegleitung für Kinder und Jugendliche bei Missbrauch und Gewalt muss wegen der drastischen Subventionskürzungen des Justizministeriums mit sofortiger Wirkung gestoppt werden. „Wir können keine neuen Prozessbegleitungen mehr aufnehmen und müssen schauen, dass wir die laufenden Verfahren kostenmäßig abdecken“, teilt Geschäftsführerin Karin Hüttemann von der Tiroler Kinderschutz GmbH mit.
 
Trotz steigender Prozessbegleitungszahlen und breiter Akzeptanz in der Bevölkerung wurden die Subventionen aller Kinderschutzeinrichtungen Österreichs um ein ganzes Quartal gekürzt. Mit dem zweiten Gewaltschutzgesetz dehnte der Gesetzgeber gleichzeitig den Anwendungsbereich von Begleitungen für Straf- auf Zivilverfahren aus. Also im Klartext: Weniger Geld für mehr Leistung!
 
Diese Rechnung kann nicht aufgehen und geht eindeutig zu Lasten der Opfer von Gewalt und Missbrauch. Denn sie haben einen Rechtsanspruch auf Beratung und Begleitung, wenn es zu einem Straf- und im Anschluss daran zu einem Zivilverfahren kommt.
 
Die ExpertInnen der Tiroler Kinderschutz GmbH verfügen über das Fachwissen und die langjährige Erfahrung, Kinder und Jugendliche nach Missbrauch und Gewalt kompetent und kostenlos bei Strafanzeigen, Straf- und Zivilverfahren zu begleiten.
Durch die drastischen Subventionskürzungen des Justizministeriums kann professionelle juristische und psychosoziale Prozessbegleitung in den Tiroler Kinderschutzzentren Innsbruck, Imst, Wörgl und Lienz nicht mehr gewährleistet werden. Die Leidtragenden sind wieder einmal mehr Kinder und Jugendliche!