Therapeutische Kindergruppe

Wir möchten Kindern, die in ihrer Familie Gewalt erlebt haben oder ZeugInnen von Gewalt geworden sind, einen sicheren Rahmen anbieten, in dem sie die Möglichkeit haben, ihre Ängste, Unsicherheiten und Schwierigkeiten auszudrücken und Orientierung und Stärkung erfahren können.

Zielgruppe

Mädchen und Buben von 7 bis 10 Jahren, die von Gewalt betroffen sind.

Vor Beginn der Gruppe findet ein Gespräch mit den Bezugspersonen und ein Kennenlernen des Kindes statt. In sechs Terminen wird in einer Gruppe mit Gleichaltrigen auf spielerische Art und Weise (Rollenspiel, Kreatives Gestalten, Bewegung ...) an folgenden Zielen gearbeitet.

Ziele

  • Stabilisierung
  • Stärkung des Selbstbewusstseins
  • Stärkung des Sozialverhaltens
  • Ressourcen erarbeiten
  • Abklärung des Unterstützungsbedarfs

In einem Abschlussgespräch mit den Bezugspersonen wird über eventuelle weiterführende Möglichkeiten und Hilfen gesprochen.

Termine

Ab 10. Mai 2011 wöchentlich jeden Dienstag, von 17:00 – 18.30 Uhr

Der Ort wird bekannt gegeben.

Wer

DSA Mag.a Barbara Koch
Sozialarbeiterin, Pädagogin, Psychotherapeutin / Psychoanalyse

Mag.a Cornelia Veith
Klinische- und Gesundheitspsychologin, ­Kinder- und Jugendtherapeutin / Klientenzentrierte Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision

Das Kinderschutzzentrum Innsbruck ist eine Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche, die von psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt betroffen sind.

Infos und Anmeldung

Kinderschutzzentrum Innsbruck,
Museumstraße 11, 6020 Innsbruck,
Telefon 0512/58 37 57, Fax 0512/58 37 57-15
b.koch@kinderschutz-tirol.at
c.veith@kinderschutz-tirol.at

Pädagogisches Konzept

Die Therapeutische Kindergruppe ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Kinderschutz GmbH Tirol, dem Verein Neustart Tirol und dem Gewaltschutzzentrum Tirol auf Initiative von Staatsanwältin Dr.in Erika Wander.

Entstanden ist die Gruppe aus dem Gedanken heraus, dass es im Falle von häuslicher Gewalt Hilfe und Unterstützung für Opfer im Gewaltschutzzentrum und für Täter im Verein Neustart gibt, die Kinder als Opfer/ZeugInnen von häuslicher Gewalt jedoch bisher keine Unterstützung erfahren haben. Um diese Lücke zu schließen, wurde die Therapeutische Kindergruppe ins Leben gerufen.

Die Gruppe wird für Mädchen und Buben von 7 bis 10 Jahren angeboten, die in ihrer Familie Gewalt erlebt haben oder ZeugInnen von Gewalt geworden sind. Diese Kinder sind in einer mehrfach belasteten Situation. Sie können ihr Zuhause aufgrund der Ereignisse als keinen sicheren Ort erleben und werden dadurch in ihrer Entwicklung gehemmt. Darüber hinaus sind ihre primären Bezugspersonen aufgrund der eigenen Belastung nicht ausreichend in der Lage, den Kindern gegenüber ihre Funktion als Halt gebende Erwachsene zu erfüllen.

Aufgabe der Therapeutischen Kindergruppe ist es nun, den Kindern einen sicheren Rahmen zur Verfügung zu stellen, in dem sie die Möglichkeit haben, ihre Ängste, Unsicherheiten und Schwierigkeiten auszudrücken.

Die Gruppe stellt einen Ort dar, in dem die Kinder Orientierung und Stärkung erfahren und Lösungsmöglichkeiten erproben können. Dies geschieht über eine gemeinsame spielerische Auseinandersetzung mit Gefühlen der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins. Im spielerischen Kontext können diese belastenden Affekte mit weniger Angst “Probe-erlebt“ und dadurch verringert werden. Diese gemeinsame spielerische Bewältigung von Schwierigkeiten vermittelt ein Gefühl von Zugehörigkeit und der Möglichkeit von Hilfe. Die Gruppe bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Empathie und Spiegelung durch die Mitglieder zu erfahren und damit auch die Erfahrung zu machen, verstanden zu werden.

Vor Beginn der Gruppe findet ein Gespräch mit den Bezugspersonen (in der Regel der nicht Gewalt ausübende Elternteil) und ein Kennenlernen des Kindes statt, um die Situation in der Familie zu besprechen, einen Überblick zu erhalten und eventuelle spezifische Fragestellungen und Ziele zu erarbeiten.

In den folgenden 8 Gruppenterminen wird in einer Gruppe mit Gleichaltrigen auf spielerische Art und Weise (Rollenspiel, kreatives Gestalten, Gespräche…) an folgenden Zielen gearbeitet:

  • Stabilisierung
  • Stärkung des Selbstbewusstsein, des Sozialverhaltens und der Ressourcen
  • Abklärung des Unterstützungsbedarfs

In den Nachbesprechungen mit dem nicht Gewalt ausübenden Elternteil bzw. den Bezugspersonen wird eine fachliche Einschätzung abgegeben und die aus unserer Sicht notwendigen Schritte zur weiterführenden Unterstützung der Kinder besprochen und erarbeitet. Neben der Vermittlung in eine Einzeltherapie und Beratung im Sinne von möglichen Familienunterstützenden Maßnahmen werden auch weitere Gruppenangebote empfohlen und in die Wege geleitet.


Insgesamt finden die Kinder in der Gruppe einen ersten Ort vor, in dem sie ihre Schwierigkeiten und Belastungen ausdrücken können, ohne Angst haben zu müssen, ihre Eltern zusätzlich zu belasten. Belastbare und fachlich geschulte Erwachsene stellen sich zur Verfügung, die Schwierigkeiten der Kinder wahrzunehmen und laden sie ein, das von sich zu zeigen, was sie zeigen wollen bzw., was sie an anderer Stelle verbergen müssen, um ihre Bezugpersonen zu schützen.

Den Kindern wird somit ein erstes Auffangbecken zur Verfügung gestellt und es besteht die Möglichkeit, eine erste Einschätzung der kindlichen Situation zu geben, um den Kindern anschließend die Hilfe zukommen zu lassen, die für sie maßgeschneidert ist.

 

Konzept von Mag.a Barbara Koch und Mag.a Cornelia Veith