Vorwort
Gerade in Fällen des Verdachts eines sexuellen Missbrauchs muss das Augenmerk auf das Kind, seine Bedürfnisse und Notwendigkeiten gerichtet werden und die Interessen der Erwachsenen sind ein Stück zurückzustellen. Der Schutz von Kindern vor Gewalt braucht immer wieder Anstrengungen aller miteinander verbundener Systeme. Dafür ist eine Kultur der Lernbereitschaft und Offenheit Voraussetzung und für die MitarbeiterInnen sind stabile Rahmenbedingungen erforderlich. Gemeinsam sollten wir auf dem Weg der Verbesserung des „behördlichen Kinderschutzes“ und des Kinderschutzes generell bleiben.
Ich bedanke mich sehr herzlich bei den MitarbeiterInnen des Kinderschutzes Tirol für ihre engagierte und fachkompetente Arbeit im Jahr 2007. Besonders bedanken möchte ich mich auch noch bei Herrn Dr. Walter Gressenberger, der im Verein Kinderschutz und im Verein Tangram ein langjähriger Mitarbeiter bzw. Geschäftsführer war und sich nun beruflich verändert. Walter Gressenberger hat die Anliegen des Kinderschutzes vertreten und ihnen eine Stimme gegeben.
Magª. Silvia Rass-Schell
Obfrau
zum Inhaltsverzeichnis
Vorstand und MitarbeiterInnen 2007
Träger
Verein “Kinderschutz Tirol”
Wilhelm-Greil-Strasse 25
6020 Innsbruck
Einrichtungen
Kinderschutzzentrum Innsbruck
Schöpfstrasse 19
6020 Innsbruck
Kinderschutz Imst
Dr. Pfeiffenberger-Strasse 14
6064 Imst
Kinderschutz Wörgl
Bahnhofstrasse 53
6300 Wörgl
Kinderschutzzentrum Lienz
Amlacherstraße 2
9900 Lienz
Vorstand
Bis 30.06.2007
Obmann: Dr. Manfred Weber
Seit 01.07.2007
Obfrau: Mag. Silvia Rass-Schell
Obmann Stellvertreter: Dr. Edwin Klien
Schriftführer: Maga Martina Marksteiner
Stellvertreterin: Maga Gertrud Steixner
Kassier: Peter Sieberer
Stellvertreterin: Maga Barbara Gassner, DSA Erwin Krimser
Geschäftsführung und fachl. Leitung
Dr. Walter Gressenberger
Fachliche MitarbeiterInnen
Innsbruck
Magª. Monika Frenes
Psychologin, Psychotherapeutin
Systemische Familientherapie
Magª. Martina Schönegger-Klingseis
Pädagogin, Mediatorin
Psychotherapeutin i. A., Psychodrama
Dipl. Soz. Gertraud Walder (Karenz)
Sozialarbeiterin, Psychotherapeutin i.A.u.S. Mag. Martin Schölzhorn (bis 30.09.2007)
Klinischer Psychologe/ Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut
Integrative Gestaltpsychotherapie
Werner Höllrigl
Ergotherapeut, Psychotherapeut i.A.u.S.
Magª. Barbara Koch (seit 17.09.2007)
Pädagogin, Psychotherapeutin i.A.u.S.,
Sozialarbeiterin
Magª. Cornelia Veith (seit 17.09.2007)
Klinische Psychologin,
Psychotherapeutin i.A.u.S.
Wörgl
Magª. Anne Lintner
Pädagogin, Psychotherapeutin Psychodrama, Integrative Kinder- und Jugendpsychotherapeutin i.A.
Magª. Rita Posch (bis 30.09.2007)
Klinische Psychologin/ Gesundheitspsychologin, Personenzentrierte Kinder- und Jugendpsychotherapie i. A. u. S.
Renate Ascher (seit 01.10.2007)
Psychotherapeutin i.A.u.S.
Imst
Magª. Verena Heiß (Karenz)
Pädagogin, Psychotherapeutin
Existenzanlayse und Logotherapie
Magª. Julia Millonig
Pädagogin, Psychtherapeutin i. A. u. S.
Existenzanalyse und Logotherapie
Magª. Ines Hadwiger (seit 03.09.2008)
Pädagogin, Psychotherapeutin
Werner Schlatter
Sozialarbeiter
Lienz
Magª. Sonja Leiter
Pädagogin, Psychotherapeutin
Psychodrama
MMagª. Martina Gsaller
Pädagogin, Coach, Klinische und Gesundheitspsychologin i.A.
Johann Schantl
Sozialarbeiter
Administration
Magª Elke Luwitsch
Sekretariat
Patricia Winkler
zum Inhaltsverzeichnis
Abschied und Rückblick von Walter Gressenberger
Mitarbeiter im Kinderschutz Tirol von 1995 bis 2008
Nach 13 Jahren gilt es nun mich vom Kinderschutz zu verabschieden. Eingestiegen bin ich 1995 gemeinsam mit Martin Christandl. Im Team arbeiteten damals Ulla Schenkel, Pia Jungwirth und Margret Aull, die auch Gründungsfrauen des Kinderschutzes in Tirol waren. Der Dynamik des Teams entsprechend, bedeutete dies einen turbulenten Einstieg, eine Herausforderung für mich als Person in allen mir zur Verfügung stehenden Rollen und Ressourcen. Unser Einsatz war gefragt, voll und ganz und mit Vollgas. Hilfreich waren für mich damals Konzepte der SozialarbeiterInnen vom Krisenintervention-szentrum, wo ich davor tätig war. Von dort brachte ich Modelle über Teamkultur und Psychohygiene mit, Martin und ich waren dann auch die „Bremser“ im damaligen Team. In den folgenden intensiven Arbeitsjahren lernte und sah ich sehr viel, notwendige zeitlich längere Abstände vom Kinderschutz erlebte ich in den Kinderkarenzzeiten. Im Sommer 2001 kam ich nach 4 Monaten Kinderkarenz mit meiner Familie völlig entspannt aus Griechenland zurück, um bald darauf zu erfahren, dass der unabhängige Verein Kinderschutz vom Land nicht weiter subventioniert wird.
Mit Jahreswechsel schloss das TANGRAM und ein neuer, landesnaher Verein, mit Hofrat Dr. Manfred Weber als Obmann, übernahm die Trägerschaft des Kinderschutzes. Ich erhielt die Geschäftsführung und fachliche Leitung und gemeinsam mit Maga. Nathalie Kröss, Maga. Elke Luwitsch und Patrizia Winkler – Maga. Monika Frenes befand sich in Kinderkarenz – bauten wir den neuen Kinderschutz in Innsbruck, Imst und Wörgl auf. 2005 übernahm der Verein als Trägerschaft auch den Kinderschutz in Lienz.
Meine Entwicklung in die Position als Geschäftsführer verlief fließend, hin zu immer klarer ausgearbeiteter Abgrenzung vom Team und dessen Aufgaben. Dies war für beide Seiten bereichernd, brachte mich aber in eine isolierte Position. Mit dem Wiedereinstieg von Maga. Elke Luwitsch ergab sich für mich die Möglichkeit die wirtschaftlichen, budgetären Belange des Kinderschutzes zu delegieren und mehr für die fachliche Leitung und Weiterentwicklung des Kinderschutzes zu tun. Als dieses Leitungsteam konnten wir mit dem Fachteam eine deutliche Professionalisierung und Weiterentwicklung des Kinderschutzes erreichen, was sich in den Ergebnissen der Organisationsentwicklung von 2006 und 2007 widerspiegelt. Im Sommer 2007 beschloss ich mich beruflich zu verändern und die Geschäftsführung mit Ende 2007 zu beenden. Mit der Übergabe der Geschäftsführung ist es anders gekommen, als vom Team und mir erwartet. Der Vorstand hat sich für eine Geschäftsführerin entschieden, die vor allem den wirtschaftlichen Teil abdecken soll, die fachliche Leitung des Kinderschutzes bleibt noch offen und sollte meiner Meinung nach rasch geklärt werden. Dazu wünsche ich dem Team und der neuen Geschäftsführerin alles Gute und eine für alle zufrieden stellende Lösung.
Abschließend möchte ich mich bei früheren und aktuellen MitarbeiterInnen des Kinderschutzes bedanken, für ihre tolle Arbeit und ihre wertschätzende Haltung den Klienten, untereinander und mir gegenüber. Es war eine wichtige Zeit für mich. Die Zusammenarbeit mit den Vernetzungs- und KooperationspartnerInnen habe ich sehr geschätzt und oft auch lustvoll erlebt, danke euch Allen. Danke auch dem Vorstand, vor allem Dr. Manfred Weber, der den Kinderschutz immer unterstützt hat.
Ich selbst arbeite seit Jänner 2008 für 20 Wochenstunden im PKH-Hall, an der Psychotherapiestation B 5. Daneben möchte ich meine Praxis für Psychotherapie, Supervision und Gruppenarbeit ausbauen. Anfragen in meiner Praxis sind erwünscht. Es freut mich immer wieder, frühere KollegInnen zu treffen.
Mit lieben Grüßen, Walter Gressenberger
Dr. Walter Gressenberger
Praxis für Psychotherapie,
Supervision und Gruppenarbeit
Kirschentalgasse 10a
A – 6020 Innsbruck
Tel.: 0650 29 24 249
w.gressenberger@aon.at
zum Inhaltsverzeichnis
2007 - Ausgewählte Daten im Überblick
Anzahl der KlientInnen und Beratungen / Psychotherapien
Die folgenden Zahlen beziehen sich auf die Kinderschutzeinrichtungen in Tirol, mit den Standorten Innsbruck, Wörgl, Imst und Lienz.
2007 suchten 590 Personen Hilfe und Unterstützung bei den Einrichtungen des Kinderschutzes. Zum Jahr 2006 bedeutet das eine Steigerung um 38,50 %. Davon waren 197 Kinder oder Jugendliche.
Beratungs- oder Therapiestunden wurden 2.876 geleistet.
Der Großteil dieser Stunden sind Beratungen oder Psychotherapien mit von Gewalt betroffenen Kinder oder Jugendlichen, die über längere Zeiträume regelmäßig in die Beratungsstellen kommen.
Gewalt gegen Kinder im familiären Kontext erfordert intensive Beratungstätigkeiten mit den Betroffenen und ihrem familiären und sozialen Umfeld. Zusätzlich wird mit dem Helfersystem in regelmäßigen Helferkonferenzen kooperiert. Nur so kann auch längerfristig Schutz und Hilfe für die von Gewalt betroffenen Kinder und Unterstützung der Eltern/Erziehungsberechtigten gewährleistet werden. Dazu gehört auch die Arbeit mit der Gewalt ausübenden Person innerhalb einer Familie.
Anzahl der KlientInnen: 590
Beratungen / Psychotherapien: 2.876
Demographische Verteilung der Kinder und Jugendlichen
Von den insgesamt 197 Kindern oder Jugendlichen, die im Kinderschutzzentum in Innsbruck, im Kinderschutz Imst, Wörgl und Lienz zu Beratungen und Psychotherapien kamen oder Prozessbegleitung in Anspruch nahmen, waren 145 weiblich und 52 männlich. Prozentuell ergibt dies eine Verteilung von 80% Mädchen und 20% Burschen. Diese Verteilung der Geschlechter entspricht in etwa auch der Verteilung bei den Erwachsenen.
Im Alter zwischen 7 und 14 Jahren kamen die meisten Buben zu uns, in dieser Altersgruppe sind 33% männlich. Im Jahr 2006 waren es 29%, das heißt, dass in dieser Altersgruppe ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist. Bei den bis zu 6-jährigen kamen 66% Mädchen und 34% Buben, in der Altersgruppe der 15 bis 19-jährigen wurde 2007 fünf männliche Jugendliche betreut.
Demographische Verteilung der Kinder und Jugendlichen
Beratungsinhalte
Unser Hauptthema war auch im Jahr 2007 sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, einschließlich des Verdachts auf sexuelle Gewalt. Bei der körperlichen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche kam es im Jahr 2007 zu einer Steigerung der Beratungen von ca. 78 %, d.h. von 98 Beratungen im Jahr 2006 auf 174 Beratungen im Jahr 2007.
Beratungsinhalt |
Anzahl der Beratungen |
Sexuelle Gewalt gegen Kinder/
Verdacht auf sexuelle Gewalt gegen Kinder |
1.525 |
Misshandlung |
174 |
Psychische Gewalt |
123 |
Psychische Störungen |
172 |
Probleme im Familiensystem/Scheidung/Trennung |
68
|
Psychosomatische Störungen |
39 |
Täterarbeit |
22 |
Erläuternd sei erwähnt, dass jeweils nur das Hauptthema, mit dem Kinder/Jugendliche zu uns in die Beratung kommen, in der Statistik abgebildet wird. Meist sind Kinder von mehreren Gewaltformen betroffen. Sexuelle Gewalt hat auch immer etwas mit Zwang und psychischer Gewalt im Sinne eines Machtmissbrauchs zu tun.
Wer stellt den Kontakt zum Kinderschutz her?
Wichtig für uns ist, wie KlientInnen zu uns kommen. Mit „KlientInnen selbst“ und „Erziehungsberechtigte“ ist hier gemeint, dass sich Eltern und Familien, manchmal auch Jugendliche, von sich aus bei uns melden. Die KlientInnen, die aus eigener Initiative ins Kinderschutzzentrum kamen, kannten die Einrichtung aus Medienberichten, unserer Öffentlichkeitsarbeit oder erfuhren von uns über Bekannte und FreundInnen.
Im Detail sieht die Verteilung 2007 so aus:

Innsbruck, Wörgl, Imst, Lienz
| |
Kontakt durch die Familie/KlientIn selbst und durch das private Umfeld |
Anzahl |
|
Kontakt durch Professionelle |
Anzahl |
| |
KlientInnen selbst |
111 |
|
Andere sonstige Professionelle |
84 |
| |
Erziehungsberechtigte |
136 |
|
BH / Jugendwohlfahrt |
83 |
| |
NachbarInnen |
2 |
|
Stationäre Einrichtungen |
35 |
| |
Verwandte |
14 |
|
ÄrztInnen |
12 |
|
|
|
|
Schule |
4 |
| |
Summe |
236 |
|
Klinik/Krankenhaus |
9 |
| |
|
|
|
Schulpsychologie |
0 |
| |
|
|
|
Kindergarten |
0 |
| |
|
|
|
Gericht |
3 |
| |
Ohne Angaben-Summe |
97 |
|
Summe |
230 |
| |
Gesamtsumme |
590 |
|
|
|
zum Inhaltsverzeichnis
Fördergeber Der Kinderschutz Tirol wird gefördert von:

Bundesministerium für
Gesundheit, Familien und Jugend
zum Inhaltsverzeichnis
Spender und Sponsoren
Vielen Dank den privaten SpenderInnen:

Volksbank
Soroptimistinnen Kitzbühel |