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VorwortAm 1. August 2005 ist unser Vorstandsmitglied Dr. Walter Ringer verstorben. Dr. Ringer, Geschäftsführer der Erziehungsberatung des Landes, war seit der Gründung des Vereins dabei und hat gerade in der schwierigen Anfangsphase durch seine scharfsinnigen Beiträge und seine Kooperationsbereitschaft viel zur Konsolidierung des Vereins beigetragen. Sein schon lange schwer geschädigtes Herz hat seinem bis zuletzt außergewöhnlich hohen Arbeitseinsatz schließlich nicht mehr standgehalten. Wir gedenken seiner in Trauer und Dankbarkeit. Das Arbeitsjahr 2005 war besonders geprägt von der Übernahme des Kinderschutzzentrums in Lienz. Anfang des Jahres trat der Obmann des Trägervereins mit der Bitte an uns heran, die Einrichtung zu übernehmen. Als Grund für dieses Ansinnen gab er an, dass der ehrenamtliche Vorstand nach vielen Jahren nicht mehr bereit sei, die Verantwortung und die Mühen, die mit der Führung des Kinderschutzzentrums verbunden sind, weiter auf sich zu nehmen. Im Vorstand unseres Vereins Kinderschutz Tirol herrschte schnell Einigkeit, dass es in Osttirol weiterhin eine Kinderschutzeinrichtung geben soll und daher Bereitschaft besteht, dieselbe zu übernehmen. In der Folge wurden alle Formalitäten im besten Einvernehmen und problemlos abgewickelt und wurde mit 1. August die Übernahme rechtsgültig. Da die beiden bewährten Mitarbeiterinnen übernommen wurden und wir dankenswerterweise vom Sozial- und Gesundheitssprengel dieselben Räumlichkeiten weitermieten konnten, gab es keinerlei Unterbrechung bzw. Einschränkung des Leistungsangebotes. Um darüber hinaus Kontinuität zu gewährleisten, war ein Vorstandmitglied des ehemaligen Trägervereins bereit, eine Zeitlang dem Vorstand des übernehmenden Vereins anzugehören. Abschließend möchte ich unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit ihrem Geschäftsführer, den Vorstands- und Vereinsmitgliedern, den Rechnungsprüfern, unseren Kooperationspartnern sowie den Subventionsgebern und Förderern für ihre Beiträge zu einem wieder erfolgreichen Arbeitsjahr 2005 herzlich danken. Dr. Manfred Weber
Einblick in den Kinderschutz Tirol 2005Ich freue mich, dass die Mitarbeiterinnen aus Lienz zum Kinderschutz Tirol dazugekommen sind. Frau Mag. a Sonja Leiter ist seit 1994 als Beraterin und Psychotherapeutin im Kinderschutzzentrum Lienz tätig, Frau MMaga. Martina Gsaller arbeitet seit März 2005 in Lienz. Mit dem Eintritt des Kinderschutzzentrums Osttirol im August 2005 zum Kinderschutz Tirol wurde die Voraussetzung für eine engere Kooperation zwischen den vier Kinderschutzeinrichtungen in Innsbruck, Imst, Wörgl und Lienz geschaffen und der Boden für einen intensiveren Austausch über Inhalte und Standards der Kinderschutzarbeit gelegt. Eingliederung des Kinderschutzzentrums LienzDen Sommer 2005 nutzten wir für eine Umgestaltung der Räumlichkeiten im Kinderschutzzentrum Innsbruck. Das Spieltherapiezimmer wurde in den ersten Stock in einen hellen Raum verlegt, ein Büro für zwei Mitarbeiterinnen konnte mit neuen Büromöbeln ausgestattet und sehr schön eingerichtet werden. Spenden und Sponsoring ermöglichten uns Umbau und Neugestaltung. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals bei den Helfern und Spendern für den Umbau des Spielzimmers und Neugestaltung, sowie Ausstattung von Büroräumlichkeiten bedanken. Im Herbst luden wir alle HelferInnen, Sponsoren und FreundInnen zur Präsentation der neu gestalteten Räumlichkeiten in das Kinderschutzzentrum Innsbruck. Im Herbst erforderten die Budgetkürzungen eine Reaktion des Kinderschutzes, zumal von den Anfragen und der Auslastung der Zentren her eine Aufstockung anstehen würde. Die in dieser Situation drohenden Personalkürzungen und Erwägung der Schließung einer Außenstelle wirkte sich sehr negativ auf die Stimmung unter den MitarbeiterInnen aus. Zudem musste viel Zeit und Energie in die Öffentlichkeits- und Medienarbeit investiert werden, um Bevölkerung und Politiker darauf hinzuweisen, dass von Gewalt betroffene Kinder und deren Familien ausreichend Unterstützung benötigen, um Krisen zu bewältigen und traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Für 2006 bekommen wir nun doch noch die notwendigen Subventionen des Landes, wie es 2007 ausschaut bleibt leider unklar und offen. Gemeinsam mit anderen Sozialvereinen fordern wir längerfristige Verträge mit dem Land oder eine stabile Sozialplanung des Landes, die ihre politische Aufgabe und Verpflichtung der Bevölkerung gegenüber ernst nimmt. Dr. Walter Gressenberger
Vorstand und MitarbeiterInnen 2005Träger Einrichtungen Kinderschutz Imst Kinderschutz Wörgl Kinderschutzzentrum Lienz
Maga.Martina Schönegger-Klingseis Dipl. Soz. Gertraud Walder Mag. Martin Schölzhorn Maga.Anne Lintner Maga.Rita Posch Dr. Verena Berger-Kolb Maga.Verena Heiß Maga.Julia Millonig Nikolaus Worm Maga.Sonja Leiter MMaga.Martina Gsaller
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2005 - Ausgewählte Daten im ÜberblickAnzahl der KlientInnen und Beratungen / Psychotherapien Die folgenden Zahlen beziehen sich auf die Kinderschutzeinrichtungen in Tirol, mit den Standorten Innsbruck, Wörgl, Imst und Lienz. 2005 suchten 318 Personen Hilfe und Unterstützung bei den Einrichtungen des Kinderschutzes. Davon waren 143 Kinder oder Jugendliche. Beratungs- oder Therapiestunden wurden 2058 geleistet. Der Großteil dieser Stunden sind Beratungen oder Psychotherapien mit von Gewalt betroffenen Kinder oder Jugendlichen, die über längere Zeiträume regelmäßig in die Beratungsstellen kommen. Anzahl der KlientInnen: 318
Demographische Verteilung der Kinder und JugendlichenVon den insgesamt 143 Kindern oder Jugendlichen, die im Kinderschutzzentum in Innsbruck, im Kinderschutz Imst, Wörgl und Lienz zu Beratungen und Psychotherapien kamen oder Prozessbegleitung in Anspruch nahmen, waren 104 weiblich und 39 männlich. Prozentuell ergibt dies eine Verteilung von 73% Mädchen und 27% Burschen. Diese Verteilung der Geschlechter entspricht in etwa auch der Verteilung bei den Erwachsenen. Im Alter zwischen 7 und 14 Jahren kamen die meisten Buben zu uns, in dieser Altersgruppe sind 37% männlich. Im Jahr 2004 waren es 38%, was bedeutet, dass es in dieser Altersgruppe kaum Veränderungen in der Geschlechterverteilung gibt. Bei den bis zu 6-jährigen kamen exakt 75% Mädchen und 25% Buben, in der Altersgruppe der 15 bis 19-jährigen waren es 2005 86% Mädchen und 14% Burschen. Demographische Verteilung der Kinder und Jugendlichen2005
Beratungsinhalte Unser Hauptthema war auch im Jahr 2005 sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, einschließlich des Verdachts auf sexuelle Gewalt. An zweiter Stelle folgte die Kindesmisshandlung, körperliche Gewalt gegen Kinder oder Jugendliche. Häufig wurden auch Probleme im Familiensystem angegeben, die oftmals im Zusammenhang mit einer Trennungs- oder Scheidungssituation der Eltern standen.
Wer stellt den Kontakt zum Kinderschutz her? Wichtig für uns ist, wie KlientInnen zu uns kommen. Mit "KlientInnen selbst" und "Erziehungsberechtigte" ist hier gemeint, dass sich Eltern und Familien, manchmal auch Jugendliche, von sich aus bei uns melden. Die KlientInnen, die aus eigener Initiative ins Kinderschutzzentrum kamen, kannten die Einrichtung aus Medienberichten, unserer Öffentlichkeitsarbeit oder erfuhren von uns über Bekannte und FreundInnen. Im Detail sieht die Verteilung 2005 so aus : Innsbruck, Wörgl, Imst, Lienz
Innsbruck, Wörgl, Imst, Lienz
Kinderschutzzentrum Osttirol
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